6. Mai 2025
Ich finde ja, wir sollten den Satz „Ich bin okay so wie ich bin“ konsequent durch „Ja, das bin ich" ersetzen. Jedes Mal, wenn wir etwas Unschönes in uns wahrnehmen. z.B. einen Aspekt, den wir lieber schon transformiert hätten.
„Ich bin okay so wie ich bin“ löst eine horizontale Bewegung in uns aus. Als ob wir mit einem einzigen Wisch alles vom Tisch fegen würden. Was auch immer „es“ ist, wir sind froh, es nicht mehr sehen zu müssen... Und erleichtert, nochmal davon gekommen zu sein… Letztendlich geht es bei „Ich bin okay, so wie ich bin" vor allem um Zugehörigkeit.
„Ja, das bin ich“ macht uns wach und bringt uns in die Vertikale. Und damit in die Aufrichtung. Es mag Hitze aufsteigen, wenn wir uns selbst dabei ertappen, zu sein, wie wir nicht sein wollen. Wenn wir diesem Feuer nicht ausweichen, macht es genau das, was wir am wenigsten erwarten: Es verbrennt die Scham. Also die Angst, dass andere irgendetwas in uns sehen könnten, was wir lieber verstecken würden. Wir müssen uns nicht mehr verteidigen oder um etwas kämpfen und auch von niemandem mehr hören, dass wir okay sind. Weil es plötzlich still in uns wird.
Das, was ich in diesen Momenten fühle, lässt sich am besten mit „Seelenfrieden“ beschreiben.
Die Tipi-Retreats sind für Menschen, die sich immer wieder neu in das Feuer von „Ja, das bin ich“ stellen wollen. Die ihre Liebe zur Wahrheit stärken wollen, indem sie übers okay-sein-wollen hinauswachsen. Die ihre Selbstliebe vertiefen wollen UND neugierig drauf sind, wie echte Selbstachtung entstehen kann. Ein wunderschönes Bedürfnis, das hier in den sozialen Medien meiner Meinung nach völlig underrated ist...
22. Februar 2025
Es ist mir manchmal zu viel Achtsamkeit. Zu viel niemandem-weh-tun-wollen. Dabei werden bestimmte Orte in uns viel zu lange nicht ins Licht geholt, wenn sie nicht direkt angesprochen werden.
Deshalb bin ich froh, dass die Person, die zu mir gesagt hat „Was du machst, Sandra, ist feige!“ es genauso gesagt hat. Auch wenn es natürlich weh getan hat. Weil das Adjektiv „feige“ auf einen Anteil in mir hingewiesen hat, der nicht sein durfte, weil ich so nicht sein wollte. Hätte sie es achtsamer formuliert, hätte ich weiter so tun können, als gäbe es ihn nicht.
Irgendwann konnte ich sagen: "Ich bin manchmal feige“, ohne mich aus Angst, dass irgendjemand etwas Schlechtes von mir denkt, erklären zu müssen. Ich konnte im Herz dieser Wirklichkeit stehen, ohne vor Scham zu vergehen.
Aber getan war es damit nicht. Ich musste mein Verhalten ändern. Und das hat länger gebraucht als ein paar Tage oder Wochen…
Die einfache Wahrheit ist: Etwas ins Licht zu holen, indem man es anerkennt, ist immer nur der erste Schritt. Meistens gibt es erstmal einiges zu fühlen, weil das Selbstbild erschüttert wird und Erinnerungen an Verletzungen und Enttäuschungen auftauchen, die Selbstmitgefühl brauchen und neu eingeordnet werden möchten. Dann aber ist es wichtig den Blick nach vorne zu richten und dich zu fragen, wie denn nun der Schatten wirklich transformiert werden kann. Wie das, was nicht sein darf, weil du so nicht sein willst, was aber trotzdem so ist, wie es ist, zum deinem Boden für Wachstum wird. Dazu braucht es Aufgaben, die individuell auf dich zugeschnitten sind. Die dir helfen, sanft, aber unaufhaltsam Verhaltensweisen zu ändern und dich neu auszuprobieren. Das kann spielerisch sein. Trotzdem braucht es hier deine Strenge (die übrigens nicht mit der Stimme in dir zu tun hat, die dich immer klein macht…), weil du sonst allzuleicht in gewohnte Bahnen zurückfällst.
Auf deinem ganz eigenen Weg durch all das bin ich dir eine sichere und vertrauenswürdige Begleitung. Hin zu einem tief verankerten SelbstBewusstSein, das dich deine Lebendigkeit und Lebensfreude noch einmal ganz anders erfahren lässt.
3. Juni 2024

Wenn ich an Würde denke, sehe ich einen Menschen vor mir, der ganz in seiner Aufrichtung ist. Der sich geschmeidig und gelassen bewegt. Mit einem wachen und gleichzeitig weichen Blick.
Wenn ich an Würde denke, sehe ich einen Menschen vor mir, der sich selbst ganz sieht, weil er vor nichts die Augen verschliesst. Der sich für das liebt, was er ist. Und sich für das würdigt, was er getan hat. Dazu gehört das, was er aus der Rückschau bedauert. Was er lieber ungeschehen machen würde. Und dazu gehört das, was er gern getan hätte, was dann aber doch nicht durch ihn ins Leben gekommen ist. Ohne das alles zu dramatisieren oder zu beschönigen. Ich sehe einen Menschen vor mir, der auch angesichts schwieriger Umstände nicht verzagt.
Würde ist ein Zustand des Seins, der viel mit Tun zu tun hat. Mit unserer inneren Haltung zu unserem Tun.
Würde tritt dann hervor, wenn Selbstliebe und Selbstachtung zusammenkommen.
24. Mai 2024
Es ist eine meiner Lieblingsübungen.
Weil sie die Kraft hat, deine Selbstachtung zu stärken und innere Freiheit und Frieden entstehen zu lassen.
Erinnere dich an eine Situation, in der du etwas gemacht hast, was dir im Nachhinein unangenehm ist. Vielleicht hast du nicht ganz die Wahrheit gesagt. Vielleicht hast du überreagiert und jemanden angeschrien. Vielleicht hast du jemandem weh getan, weil er*sie dir weh getan hat. Aber das willst du vor dir selbst nur ungern zugeben... Auf jeden Fall ist da ein ungutes Gefühl, weil du nicht deinen Werten entsprechend gehandelt hast. Statt dich selbst davon überzeugen zu wollen, dass du es so nicht gemeint hast und du ja eigentlich ganz anders bist, versuche es mal so:
Bringe das, was du gemacht hast, auf den Punkt. Am besten in einen einzigen Satz, der die Wirklichkeit anerkennt, ohne unnötig hart in der Formulierung zu sein und ohne sie beschönigen zu wollen. Nimm dir die Zeit, herauszuschälen, was es wirklich anzuerkennen gilt. Beim Tipi-Retreat letzte Woche haben wir genau hingehört und hingespürt, wo die Energie wirklich gebunden ist. (Das ist manchmal woanders als du am Anfang denkst)
Dann sprich diesen Satz aus. Spüre die Röte, die dir ins Gesicht schiesst oder die Tränen, die fliessen möchte. Was auch immer es ist: nimm es wahr, ohne dich reinfallen zu lassen. Bleibe in der Aufrichtung. Schau dem Mensch, der vor dir sitzt, in die Augen. Spüre, dass es nichts braucht ausser einer Person, die BEZEUGT, dass du dich einer Wahrheit stellst, indem du sie aussprichst.
Wir haben das beim Tipi-Retreat letzte Woche gemacht. Am Anfang waren die meisten zurückhaltend, aber schnell kam trotz der Ernsthaftigkeit Freude auf. Manche hatten sogar Sorge, dass es nicht genügend Zeit geben könnte… Weil sie unbedingt die Erfahrung machen wollten, wie es ist, würdevoll einer unangenehmen Wahrheit zu begegnen.
Bevor ich es vergesse:
Geniesse den Frieden in dir UND lehne dich trotzdem nicht zurück. Sondern bleibe in der AUFrichtung, um in eine neue AUSrichtung zu finden. Denn ich nehme mal an, dass du dich das nächste Mal deinen Werten entsprechend verhalten möchtest. Und zwar ohne den Druck der Selbstoptimierung. Dafür aus der Verbundenheit mit deinem innersten Wesen, das sich in diesem Leben NATÜRLICHERWEISE entfalten und entwickeln möchte. Weil etwas tief in dir weiss, dass dieses crazy Leben ein ongoing Prozess des WERDENS ist.