11. September 2025
Letzte Woche ist es wieder passiert. Ich hatte das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.
Ich möchte gar nicht die Geschichte von „Früher hätte ich... Heute ist alles anders“ erzählen. Denn es ist nicht alles anders.
Aber vieles;-)
Was sich nicht verändert hat: Ich habe angefangen, mich zu verteidigen. Wollte die Dinge richtig stellen. Hatte Angst, dass die anderen ein falsches Bild von mir bekommen. Ich wollte, dass niemand merkt, wie unangenehm mir die Sache ist. Wollte souverän wirken…
Was sich verändert hat: Ich habe mir nach der Besprechung Zeit für mich genommen. Ich habe gefühlt, was es zu fühlen gab - und alle Wertung rausgenommen: Ich habe mich sein lassen. Und ich habe für mich gesummt (summen ist das BESTE Tool, das ich kenne, um sich dem kleinen Kind in sich liebevoll zuzuwenden). Bis es weich, warm und weit in mir geworden ist. Von dort aus habe ich mich noch einmal meinem Verhalten zuwendet und konnte ganz nüchtern feststellen: Ich habe wirklich etwas falsch gemacht. Auch wenn sich Bedürfnisse erfüllt haben, gibt es einen Teil, für den ich nicht nur Verantwortung übernehmen muss, sondern WILL. Ich konnte klar spüren: ich will mich nicht rausreden, indem ich mich verteidige. Ich will für etwas gerade stehen. Ich möchte nicht, dass andere ein möglichst schmeichelhaftes Bild von mir haben, sondern ich will, dass sie mich sehen. Dort, wo ich auf meinem Weg WIRKLICH stehe.
Die grösste Veränderung ist deshalb: Ich habe die Angst verloren, etwas falsch zu machen. Dadurch haben Schuldgefühle keine Macht mehr über mich. Sie kommen, gehen durch mich durch und hinterlassen den tiefen Wunsch, meine VOLLE Verantwortung zu übernehmen.
Mit einer Strenge, die gut tut. Weil sie mich aufrichtet.
Und vor allem weil sie mich WACH macht: Ich kann mich nicht entscheiden, jemand anderes zu sein. Ich kann mich nur immer wieder neu entscheiden, ICH zu sein. Dann ist nicht alles gut, leicht und schön. Aber ECHT und ERFRISCHEND. Und plötzlich ist dann doch alles gut, leicht und schön. Auch wenn es es nicht ist;-)
18. Mai 2025
Wie können wir die hyperkritische Stimme in uns, mit der wir uns unablässig klein machen, zähmen? Die Antwort, die am naheliegensten ist, ist: die Stimme in uns zu stärken, die zugewandt und mitfühlend ist.
Das ist auf jeden Fall richtig und wichtig.
Aber mir geht das nicht weit genug.
Letztendlich ist die freundliche Stimme ja nur der Gegenpol der selbstkritischen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf den einen Pol richten, übertönen wir vielleicht irgendwann den anderen und können so tun, als wäre er weg. Aber natürlich ist er das nicht… Energetisch ist er immer noch da. Da Energie ja bekanntlich nicht aufgelöst, sondern nur umgewandelt werden kann, kann man sich jetzt überlegen, wie sich die selbstkritische Stimme am besten transformieren lässt.
Der effektivste, sinnvollste und schönste Weg ist aus meiner Sicht, wenn wir uns einen Bezugspunkt suchen, der ausserhalb des Gegensatzpaares liegt. Etwas, das auf einer höheren Ebene in der Mitte von beidem liegt. Dieses Etwas ist das, was die Mitte von allem in uns bildet:
✨ eine gesunde ICH-Kraft ✨
Jetzt stellt sich eine neue Frage: Wie können wir unsere ICH-Kraft stärken?
Indem wir unser ICH ergreifen.
Und wie ergreifen wir unser ICH?
✨ Durch bedingungslos ehrliche Selbsteinschätzung ✨
Sich selbst immer ehrlicher, differenzierter und umfassender wahrzunehmen ist ein Prozess, der nie zu Ende ist. Denn es hört ja nie auf mit den Schwächen und Stärken, den Ego-Themen und traumatischen Erfahrungen…
Trotzdem kann es Spass machen. Wenn man sich zum Beispiel als Gruppe dafür committet. Wir vom Kernteam auf der Holdenweid machen das. Wir spiegeln uns in alle Richtungen: positiv, negativ und in allem, was zwischen liegt auch... Und das ist kein Selbstzweck: Die Bereitschaft, an sich zu arbeiten, ist unabdingbar für einen Ort, der der Erneuerung, der Inspiration, der Orientierung, der Fülle und der Schönheit dient ✨
Mmmmhhh -
ich freue mich extrem, dass ich hier sein, wirken, gestalten, lieben, lernen und wachsen kann und darf (und will;-))