Die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation

1. Beobachtung

Was hast du gesehen? Was hast du gehört? Das sind die Fragen, die uns zu dem führen, was wir in der gewaltfreien Kommunikation unter einer Beobachtung verstehen. Wenn ich sage: «T. stört den Unterricht» ist das keine Beobachtung, sondern eine Bewertung. Irgendetwas, was dieser Mensch getan oder gesagt hat, hat mich dazu gebracht zu denken, dass dieses Verhalten den Unterricht stört. Dieses Verhalten zu beobachten, hört sich z.B. so an: «T. lässt Papierflieger durch den Raum fliegen». Um herauszufinden, was in einer bestimmten Situation die Beobachtung ist, ist es hilfreich, sich zu fragen, was eine Videokamera aufgenommen hätte.

Es geht übrigens nicht darum, auf alles, was passiert, urteilsfrei zu reagieren. Es geht vielmehr darum, Beobachtung und Bewertung klar auseinanderzuhalten. Wenn wir bewusst wahrnehmen, was wir beobachten und was unsere bewertende Reaktion darauf ist, dann entsteht in uns Klarheit. Darüber, dass das, was ich sehen und hören kann, und das, was dieses Sehen und Hören in mir auslöst, zwei verschiedene Dinge sind. Wir sind uns dann bewusst, dass die Welt nicht so ist, wie wir denken, sondern dass wir es sind, die dem, was geschieht, auf der Grundlage unseres oft unbewussten Wertesystems seine Bedeutung geben.